Geschichte des Boxsports

Der heutige Boxsport hatte seinen Vorläufer bereits im griechischen Altertum, in dem der Faustkampf im Jahre 688 v. Chr. (in der 23. Olympiade) in die Wettbewerbe eingeführt worden ist, die zu Ehren des griechischen Gottvaters Zeus in Olympia abgehalten worden sind. Mit der Wandlung der ursprünglich kultischen Spiele zu harten Sportwettkämpfen hat schon da-mals der antike Faustkampf die Wandlung von der spielerischen Gymnastik zum athletischen Wettkampf mitgemacht.

Im 8.Buch des Pausanias sind die den damaligen Faustkämpfen angelegten drei Meter langen Riemen aus rohem Rindleder zum Schutz der Hände als Meilischai (weich) bezeichnet worden. Im zehnten Kapitel des Philstrados steht: „4 der Finger wurden in ein Riemenge-flecht gesteckt und ragten über dieses so weit hinaus, daß sie zusammengeballt eine Faust bildeten“.

Im Anfang der antiken Olympischen Spiele galt es beim Faustkampf, möglichst geschickt dem Angriff eines Gegners auszuweichen und dadurch Schäden und Verletzungen zu vermeiden. Dies ist bis heute der Hauptinhalt aller Diskussionen um den Boxsport geblieben.

Später hat man schon in Griechenland und erst recht in Rom bis zu den berüchtigten Gladia-torenkämpfen die weichen Lederriemen in harte Kernlederstreifen (Castus, von caedere gleiche niederschlagen) umgewandelt. Damit war bereits aus dem ursprünglich aus einer Verteidigung und einem Ausgleich bestehenden Faustkampf ein Angriff-Faustkampf geworden, dessen Gefahr für die Gesundheit des Betroffenen noch durch spitze Metallstacheln in der römischen Gladiatorenzeit vergößert worden ist. Ein siegreicher Gladiator war, wer seinen Gegner schließlich niedergeschlagen hatte.

In seiner „Weltgeschichte des Sportes und der Leibeserziehung“ hat Carl Diem antike Faust-kämpfer nach Darstellungen auf Vasen abgebildet. Zum Schutz des Faustkämpfers gab es damals den Lederriemen an den Handgelenken und am Unterarm eine feste Kreuzverschnürung, die auf den alten Vasenbildern auch an den Fußknöcheln erkennbar ist. Aus den antiken Vorbildern sind die modernen Boxhandschuhe und auch die hohen typischen Boxstiefel hervorgegangen.

Carl Diem hat in der „Bewaffnung“ der Fäuste in der Römerzeit eine Beeinflussung durch die Etrusker gesehen. Die Gladiatorenkämpfe haben dann zum Niedergang und zur Aufgabe des antiken Faustkampfes geführt.

Schon nach dem Bericht des Pausanias wurde in Olympia in Runden geboxt, zwischen denen die Kämpfer in einer kurzen Pause niedergekniet haben.

Von Horner bis Theokrit gibt es aber bereits Berichte über die Härte des Faustkampfes, wie Carl Diem ermittelt hat.

Zum Schutz der Faustkämpfer gab es schon in der Antike einen Ohrenschutz, eine lederne Bandage, eine leinene Haube oder oder auch einen Art Helm.

In der spät olympischen Zeit ging der Kampf bis zur Bewusstlosigkeit oder bis einer der Gegner sich durch Aufheben der Hand für besiegt erklärte. Verboten waren Anfassen, Umschlingen oder Stoßen mit dem Fuß. An Schlägen war beim antiken Faustkampf offenbar nur der gerade Stoß, nicht aber das Schlagen von Haken oder Schwingern erlaubt.

Im antiken Faustkampf galten alle Schläge dem Kopf des Gegners. Körpertreffer waren nicht gestattet. In der 33. Griechischen Oylmpiade wurden Faustkampf und Ringkampf zum Allkampf (Pankration) verschmolzen. Der ursprünglich auf Verteidigung und Abwehr angelegte antike Faustkampf hatte sich damit in seiner klassischen Form nur über 10 Olympiaden gehalten. Dann wurde offenbar schon damals das klassische Fechten mit der Faust durch die Sensationslust des Publikums überschattet.

Unterlagen über die Entstehung des modernen Boxsportes gibt es aus England schon seit dem 16. Jahrhundert.