World-Boxing-Ehrenpräsident Boris van der Vorst lobt Österreich: „Der österreichische Boxsport hat großes Potenzial“
Beim Youth Cup in Budva nahm sich World-Boxing-Ehrenpräsident Boris van der Vorst Zeit für ein exklusives Gespräch mit dem Österreichischer Boxverband über die Entwicklung des Boxsports in Österreich, internationale Zusammenarbeit und die Zukunft des Sports im olympischen Programm.
Im Rahmen des Youth Cups im montenegrinischen Budva nutzten zahlreiche junge Talente die Gelegenheit, ihr Können auf internationaler Bühne zu zeigen. Mitten im Geschehen war auch World-Boxing-Ehrenpräsident Boris van der Vorst, der sich am Rande des Turniers Zeit für ein Gespräch mit dem Österreichischen Boxverband nahm.
„Österreich setzt international bereits Akzente“
Herr Ehrenpräsident, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Wie sehen Sie aktuell den Status quo des Boxsports in Österreich?
Zunächst möchte ich sagen, dass ich einige sehr angenehme Tage in Wien verbringen durfte. Es ist eine wunderschöne und historisch bedeutende Stadt. Besonders gefreut hat mich die Zeit mit Ihrem Präsidenten Igor Miketic, der großartige Arbeit für den österreichischen Boxsport leistet.
Österreich beginnt zunehmend, auch auf der internationalen Bühne Akzente zu setzen. Ein gutes Beispiel ist die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Liverpool, bei der ich persönlich vor Ort war. Solche Erfolge sind sehr vielversprechend – besonders mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Beeindruckt hat mich auch das Engagement von Präsident Miketic für inklusive Projekte, etwa für Menschen mit Down-Syndrom. Das zeigt, dass Boxen nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich Verantwortung übernimmt. Ich freue mich daher sehr auf die nächsten Schritte in der Entwicklung des österreichischen Boxsports.
„Nationale Verbände sind das Fundament“
Wie wichtig sind nationale Verbände wie der Österreichische Boxverband für die Entwicklung des Boxsports weltweit?
Sie sind absolut entscheidend. Alles beginnt bei den nationalen Verbänden. Sie sind das Fundament für die Entwicklung unseres Sports. Gleichzeitig ist es wichtig, internationale Wettkämpfe auch in Ländern wie Österreich auszutragen.
Nur so können Talente wachsen und sich auf höchstem Niveau messen. Wir brauchen diese Energie sowohl im europäischen als auch im globalen Boxsport.
Gerade hier beim Turnier in Montenegro sehen wir, wie sich österreichische Boxer international präsentieren. Gleichzeitig ist auch ein starkes Team bei Wettkämpfen in Ungarn im Einsatz. Das zeigt deutlich, dass Österreich zunehmend an Bedeutung im internationalen Boxsport gewinnt.
„Österreich kann ein Vorbild sein“
Kann Österreich aus Ihrer Sicht ein Vorbild für die Entwicklung des Boxsports werden?
Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Während meines Aufenthalts in Wien habe ich auch das historische Parlament besucht. Dabei wurde mir einmal mehr bewusst, wie eng Österreich mit anderen Regionen Europas – besonders mit dem Balkan – verbunden ist.
Ihr Präsident Igor Miketic ist dafür ein gutes Beispiel. Er spricht mehrere Sprachen und kann daher Brücken zwischen verschiedenen nationalen Verbänden schlagen. Genau solche Persönlichkeiten braucht der internationale Boxsport.
„Transparenz ist entscheidend für die Zukunft“
Was sehen Sie als größte Herausforderung für den Boxsport in den kommenden zehn Jahren – insbesondere im Hinblick auf die olympische Bewegung?
Ein zentrales Thema ist die Transparenz im Wettkampfsystem. Dazu gehört auch der Einsatz von Zufallszahlengeneratoren (Random Number Generators – RNG) bei Auslosungen (Anmerkung: Diese Systeme sorgen dafür, dass Turnierpaarungen automatisch erstellt werden und menschliche Manipulation ausgeschlossen wir.)
Wir müssen sicherstellen, dass immer der beste Boxer gewinnt und dass Entscheidungen fair und nachvollziehbar sind. Auch Österreich hat in diesem Bereich eine starke Tradition, etwa durch internationale Offizielle wie Varvara Mansour, die weltweit als Technical Official tätig ist.
Gleichzeitig sollten wir moderne Technologien weiter nutzen, um Bewertungen und Entscheidungen transparenter zu machen. Das ist aus meiner Sicht der einzige Weg, um die Glaubwürdigkeit unseres Sports langfristig zu sichern.
„Boxen gehört zu den Olympischen Spielen“
Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie als Präsident von World Boxing?
Mein größtes Ziel war immer, den Boxsport im olympischen Programm zu halten. Dieses Ziel haben wir erreicht – Boxen wird bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wieder Teil des Programms sein.
Nun geht es darum, diese Position zu sichern und unseren Sport weiterzuentwickeln. Wir müssen zeigen, dass Boxen modern, transparent und relevant ist.
Ich reise sehr viel und sehe überall auf der Welt junge Mädchen und Jungen, die hart trainieren – mit dem großen Traum, eines Tages ihr Land bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Genau für diese Generation lohnt es sich, für unseren Sport zu kämpfen.
Als wir World Boxing gegründet haben, hatten wir keine Garantien, kein Budget und noch keine Wettbewerbe. Aber wir hatten ein klares Ziel: den Boxsport im olympischen Programm zu halten. Dass uns das gelungen ist, macht mich sehr stolz.
Wenn man sich das Boxen weltweit ansieht, was wäre die größte Herausforderung in den nächsten zehn Jahren, insbesondere wenn es um das Erhalt der Sportart innerhalb des Olympischen Bewegung geht?
Das ist eine gute Frage! Darüber habe ich auch mit Igor Miketic gesprochen. Das wichtigste Themenfeld, welches kürzlich weltweit im Boxen angesprochen wurde, sind immer noch. die Entscheidungen für die. ZUfallszahlengeneratoren (RNGs). Daher werden die richtigen Entscheidungen getroffen.
ich habe mich auch mit Präsident Igor darüber unterhalten, ist das das wichtigste Themenfeld, das kürzlich weltweit im Boxen angesprochen wurde, sind immer noch die Entscheidungen für die Zufallszahlengeneratoren (Anmerkung: Random Number Generators – kurz RNGs – werden bei Auslosungen eingesetzt. Damit werden automatisch Abläufe generiert, um Manipulation durch den Menschen zu verhindern). Es gilt daher, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auch Präsident Miketic hat die Bedeutung erkannt.
Wir haben einen Kurs und Österreich hat eine starke Geschichte in der Einnahmeurteilung mit Varvila Mansour, die einen starken Hintergrund in der Boxwelt weltweit als ITO hat. Aber es ist wichtig, dass Österreich auch weiterhin dazu beiträgt, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtige Führung für RNGs im Bereich zu haben und vielleicht erkunden wir auch die Nutzung moderner Technologie In Bezug auf Bewertungen und solche Dinge, die hilfreich sein können, um es transparenter und gerechter zu machen, und das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, um als Sport zu überleben.
Was sind Ihre persönlichen Ziele und Prioritäten als Präsident von World Boeing und welches Vermächtnis möchten Sie für den Sport hinterlassen?
Mein Vermächtnis beziehungsweise Ziel war es, Boxen bei den Olympischen Spielen beizubehalten und auch Anerkennung für die internationale Boxwelt zurückzugewinnen. Letztes Jahr haben wir unser Ziel erreicht, den Boxsport für die Olympischen Spiele 2028 wieder zurückzuholen. Wichtig ist es, diese Position zu behalten und dasitzt auch der Grund, warum wir uns als Sport weiterentwickeln und weiterhin Relevanz zeigen müssen. Darauf möchte ich mich nun konzentrieren. Zudem gilt es, sich weiterzuentwickeln, gerade in Bezug auf moderne Technologien. Für mich ist es wirklich wichtig, dass Boxen auch weiterhin bei den Olympischen Spielen vertreten ist und auch weiterhin die Werte verkörpert, die mit der Olympischen Bewegung zusammenhängen.
Zudem kann ich Ihnen sagen, dass ich viel reise und überall, wo ich war, habe ich junge Burschen und Mädchen gesehen, die in den Hallen sehr hart trainieren – mit nur einem Ziel: Das eigene Land bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Schon alleine deshalb ist es wichtig, gemeinsam weiterhin für den Boxsport zu kämpfen.
Vor einigen Jahren habe ich die Reise mit World Boxing begonnen. Es ist uns gelungen, World Boxing zu etablieren – und das ohne Garantien, ohne Budget, keine Wettkämpfe. Wir wollten aber eines mit voller Kraft erreichen. Boxen im Olympischen Programm halten und ich denke, das ist etwas wert, für das man kämpfen muss und ich bin wirklich stolz, dass wir unser ultimes Ziel erreicht haben.